Herzlich Willkommen auf der Website des Weltumseglers und Abenteuerers Wolfgang Clemens!
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Vortrag 16: Indien

2017/2018 gibts die neue Vortragsreihe!

Mit wechselhaften Winden, oder gar keinen, segelte ich mit meiner Bavaria II, zu den Similan Inseln, wo ich einige erlebnisreiche Tauchgänge hinter mich brachte. Da ich unter Zeitdruck stand, denn um diese Zeit bricht der N-Ost-Passat zusammen ging es bereits nach 3 Tagen über die Malakka-Streat, rüber nach Sumatra. Ohne einzuklarieren, segelte ich gleich weiter nach Sri Lanka. Widrige, teilweise schon auf der Nase, kämpfte ich mich nach Westen. Hatte ich mal 2 Tage leichte Spinnaker-Winde aus Ost, hing ich bald daraufhin in einer Flaute und musste Motoren. Zweimal hatte ich starke Gewitterwinde aus West, die aber bald wieder einschliefen. Nach 16 Tagen kam ich dann in Galle an und siehe da, man kannte mich noch. Hatten sie doch alle vor 2 Jahren meinen Abenteuer-Katalog durchblättert.

Im Yachtclub parkte ich dann mein Schiff, fuhr nach Colombo zur Indischen Bootschaft und beantragte ein Visum für Indien. Wieder zurück in Gale, durchstreifte ich 2 Tage die Stadt. Mit dem Zug fuhr ich nach „Ella“ in die 200 Meter hohen Berge von Nuwara. Eine Wanderung zu der „9 Arches Bridge“, war für mich dann nach langer Faulheit, ein körperlicher Hochgenuss. Wie eine Schlange windet sich die Eisenbahn an den steilen Hängen der Tee-Plantagen entlang nach Nuwara Eliya. Dieses schmucke Örtchen, mit ihren Kolonialbauten ist von grünen Teeplantagen umgeben. Gegen 5 Uhr am Morgen, es war ziemlich frisch, brachte mich ein Fahrer zu den „Horton Plains“, sie sind bekannt für das World‘s End, an dem sich das Gelände um 870 Meter steil absenkt. Über Viadukte, steile Schluchten, düstere Dschungel und durch 46 Tunnel, ging die Fahrt, an wunderschönen Plantagen entlang nach Norden.

 

In der jüngeren Königsstadt Kandy, besuchte ich den Zahntempel, in dem ein Zahn von Buddha aufbewahrt wird. Am Abend saß ich dann bei einer recht quirlig, akrobatischen anzusehenden Tanzshow. Ich mietete mir hier einen Toyota-Bus mit Fahrer und wir fuhren nach „Anradhapura“ in die alte, singhalesische Königsstadt. Hier besuchte ich die Tempel-anlagen und Dagobas, der weiten historischen Anlage, kletterte die Stufen hinauf zum Mihintale, dem Ort der Geburtsstätte des Buddhismus. Ich besichtigte das Kloster und die Meditations-Höhlen der ersten Mönche auf der Insel und in Gedanken schweifte ich zurück, ins Jahrhundert vor Christi, als hier der buddhistische Glaube entstand.

Nach einigen Tagen, schlafen tat ich nur im Bus, ging es wieder Südwärts, zum Löwen-Felsen Sigiriya. Der massige Monolith erhebt sich unvermittelt 200 Meter aus dem grünen Dschungel empor. Es war die Felsenfestung von König Kassapa. Der Weg führt vorbei an Fresken der berühmten Wolkenmädchen aus dem 5. Jahrhundert. Weiter ging es auf schwindligen Kletterstegen steil aufwärts, an Löwen-Pratzen vorbei, bis hinauf zu den Ruinen des alten Königspalastes. Der folgende Panoramablick war daraufhin gigantisch.

 

Unser nächster Stopp war dann der goldene Felsentempel von Dambulla mit seinen vielen Felsengrotten die gespickt mit Buddha-Figuren waren. In Pinnawela machten wir Stopp beim Elefanten-Weisenhaus, wo verletzte oder allein gelassene Elefanten wieder aufgepäppelt werden. Danach folgten wir der Herde durch den Ort zum nahegelegenen Fluss, die von ihren Mahouts zum täglichen Bad getrieben werden.

Beim morgendlichen Aufstieg zum Adam’s Peak, dem heiligsten Berg von Sri Lanka, machte mir dann mein vermurkstes Bein wieder große Schwierigkeiten.

Froh wieder im Bus zu sitzen, brachte mich mein Fahrer nach Colombo zur Indischen Bootschaft. Hier holte ich meinen Pass ab und weiter ging es zurück nach Galle. Mein Schiff ließ ich dann im Yachtclub zurück und flog mit Sri Lanka-Airway nach Kalkutta.  

 

2 Tage eilte ich zu allen Sehenswürdigkeiten Kolkatas, dem früheren Kalkutta. Ich besuchte das Stammhaus von Mutter Teresa und war dann weggerissen als ich im Planetarium saß und mich wie ein Staubkorn im endlosen Universum fühlte. Nachts um 23 Uhr stand ich dann im riesigen Bahnhof und fühlte mich wie eine Ameise in einem riesigen Ameisenhaufen. Gestresst und kaputt lag ich dann in meiner Koje und der Zug donnerte ins 500 Kilometer entfernte Puri.

Mein erster Weg führte mich zum riesigen Sonnen-Tempel von Karnak (Welterbe). Mit vierundzwanzig, je drei Meter hohen steinernen Rädern, bildet er symbolisch den Wagen des Sonnengottes Surya nach. Die Skulpturen von Tänzern, Liebespaaren, himmlischen Nymphen, feiern ein Fest der Schönheit und Sinnlichkeit, der Zärtlichkeit und Erotik.

Am Chilika-See sichte ich seltsame Delphine und bin bei der Perlensuche recht erfolgreich. 18 schwarze und weiße, sowie rosarote Perlen nennen sich bald mein Eigen, nachdem ich 2 Eimer Muschel geöffnet hatte. Ich besuchte viele Tempel und historische Höhlen bevor es weiter ging nach Chennai. Mein Hauptziel galt Arjunas Buße, einem riesigen Felsrelief, sowie dem Haupttempel, der Gott Shiva und Vishnu geweiht ist. Beide sind ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe.

 

Mein nächstes Ziel ist Kanchipuram eines der 7 heiligsten Städte Indiens. Erst im Zug stellte ich fest, dass mein Handy geklaut worden war. Viele Gläubige strömen ständig in die Stadt um den heiligen Mangobaum und die 124 Tempel zu besuchen.

Meine nächste Fahrt glich der Irrfahrt von Odysseus. 6 Stunden saß ich im falschen Bus und erreichte nach 15 Stunden erst mein Ziel Thanjavur. 4 Hotels klapperte ich ab, doch alle waren wegen den Sommerferien ausgebucht. Beim 5. Hotel war ich dann erfolgreich, denn es ist mit 50 Euro die Nacht, das teuerste Hotel auf meinen Reisen. Wahrscheinlich war es den meisten Indern zu teuer. Tot müde breitete ich mein mitgeführtes Bettlaken aus, denn auf den Laken in den indischen Hotels, haben zuvor schon viele andere Personen gepennt. „Inder sind Schweine“!

Mit knurrendem Magen haute ich mich in die Falle und war sofort weg. Tags darauf besuchte ich den viel bewunderten Brihadisvara Tempel aus dem 10jahrhundert und hatte meine Nöte mit ständigem Durchfall und dick geschwollenem Fuß. Am nächsten Tag kam ich nicht mehr auf die Hufe und schleppte mich regelrecht zum nächsten Doktor. Obwohl noch immer geschwächt, saß ich Tags darauf im Bus nach Trichy. In der gewaltigen Tempelstadt gibt es 21 Tempel, wovon der Srirangam-Tempel mit seiner 1080 Kilogramm schweren, puren Goldkuppel, der Wertvollste von allen ist, aber von Ungläubigen nicht betreten werden darf.

 

Oft komme ich mir vor wie ein Filmstar, denn ich werde angestarrt wie ein Fabeltier. Die besonders Mutigen erbitten ein Foto mit mir und ich spiele den zufriedenen, begeisterten Besucher, obwohl mir oft nicht danach ist. Der unsagbare Dreck im Lande, die Unmenge an scheißenden Kühen auf der Strasse, die provokativ inmitten der Straße stehen und gehen, oder sogar liegen, die vielen Bettler die mit verkrüppelten Glied-Massen auf der Straße herum kriechen, um die sich aber kein Schwein kümmert, dies alles gibt dem Land einen bitteren Nachgeschmack. Indien wäre das letzte Land auf der Welt wo ich leben möchte. Aber die Kultur hier ist einmalig.

Von Trichy geht es danach wieder per Bus nach Mandorei, dort besuchte ich viele Tempel, den Mangammal-Palast und fuhr zum 25 Kilometer entfernten Pazhamudir Cholai und Azhagar Tempel, bei dem ich die letzten Kilometer steil bergauf zu Fuß gehen muss. Tausende Affen eskortieren hier den Weg, werden von vielen Pilgern gefüttert und deren Frechheit kennt echt keine Grenzen.

Auf dem Rückweg ins Tal durch den dichten Regenwald, musste ich fast vor Entzücken schreien. Tausende Schmetterlinge begleiteten mich auf meinem Weg zurück ins Tal.

 

Meine nächste Destination ist dann Chochin. Hier sah ich nach fast einem Monat Indien-Reise die ersten Touristen. Ich traute meinen Augen nicht, als ich zum ersten Mal in Indien an der Strandpromenade Mülltonnen stehen sah und einiger Maßen saubere Straßen antraf.

An einem Tag habe ich die Highlights von Chochin abgeklappert und saß am Abend in einer Kathakali-Tanzshow. Mit ihren aufwendigen Kostümen, farbigen Masken und gekonnter Mimik, hinterließ die Show, einen sehr beeindruckenden, positiven Eindruck bei mir.

Am nächsten Tag brachte mich ein Tuck Tuck zum Startplatz in die Backwater. Dort fuhr ich dann mit einem angemieteten Kanu, und einem Driver, in dem wunderschönen Wasserstraßen-System herum. Wir paddelten durch einen Irrgarten von Kanälen, die ein Naturparadies für Vögel und anderes Tierzeug sind.

Ich buchte ein Ticket für den Nachtbus nach Bangalore und war dann im Bus entsetzt, dass mein Rindvieh von Ticketverkäufer, das Datum für den nächsten Tag eingesetzt hatte. Mit einigem Schmiergeld bekam ich aber dann Gottseidank, noch einen Platz im Schlaf-Bus. In Bangalore gingen dann 2 Stunden mit Zimmersuche verloren. Danach im Bulltempel schwor ich mir, dass dies mein letzter Tempel war den ich hier in Indien betreten hatte, denn mein vermurkstes Bein schmerzte höllisch und das Barfuss laufen, wurde mehr und mehr zur Qual.

Ich zog mich danach in den schön, angelegten Stadt-Park zurück und genoß für eine Weile die innere Ruhe die in mir aufkam.

Kurze Zeit später gärt es in mir schon wieder, weil ein mir gegenüber sitzendes Pärchen ihren Brotzeitmüll nur vor sich auf die Erde warf, obwohl links und rechts der Park-Bank Mülltonnen standen. Indien sollte man umtaufen in "Mülldeponie".

Über Hospet gingt es dann mit einem Tuck Tuck 4 Tage nach Hampi. Die alte Königsstadt „Vijayananagra“ hatt Hampi weltberühmt gemacht. Das über 26 Quadratkilometer große Ruinenareal, eingebettet in eine traumhafte Flusslandschaft, gehört schon lange zum Weltkulturerbe.

Wieder im Nachtzug geht es nach Hyderabat, mit seinem „5türmigen Tor-Chaminar“, der 18 Meter hohen „Buddha-Statue Purnima“ und dem gigantischen „Colonda-Fort“, mit seiner 12 Kilometer langen Wehrmauer. Am Abend donnert dann wieder, mein total überfüllter Zug, durch die Nacht nach Mumbay, dem früheren Bombay. Als ich den Zug verließ, staunte ich nicht schlecht über den prächtigen Haupt-Bahnhof aus englischer Kolonial-Zeit, dem Hotel „Taj Mahal“ und andere Prachtbauten rund um das berühmte „Gate of India“. Am nächsten Tag, geht es mit einem Schiff zur Insel Elephanta, mit seinen vielen buddhistischen Höhlen.

 

Am darauf folgeneden Tag, fuhr ich mit einem Tuck Tuck über eine Brücke und war zu Tode erschrocken. Wir standen gerade im Stau, was in Mumbai die Regel ist, da sah ich auf dem Gehsteig, in glühender Sonne, 2 kleine Kinder liegen. Da sie sich nicht bewegten, waren sie wahrscheinlich tot. Vermutlich sind es Mädchen, die dort der Familienvater noch lebend hingelegt hat, weil er sie nicht ernähren konnte. Es ist bereits Mittag, es hat 45 Grad im Schatten, doch kein Passant bückte sich nach den Kindern. „Langsam begann ich Indien zu hassen“!

Als ich meinen Schlafbus nach Aurangabad bestieg, war ich wieder angespannt, ich dachte, „wer wird diesmal mein Bettnachbar sein“! Wie befürchtet war es ein alter Stinker, für den Wasser ein Fremdwort war.

Von Aurangabad aus, fuhr ich mit einem Taxi nach Ajanta zu den prachtvollen Höhlen aus dem 2 Jrh. vor Christi. In einer hufeisenförmigen Berg-Schlucht, waren 24 prächtig ausgestattete Höhlen angelegt. Eine Klosteranlage von buddhistischen Mönchen geschaffen, mit unglaublich schönen Skulpturen und erstaunlich guten Wandmalereien.

 

Als nächstes ging es nach Daulatabad, wo in Ellora der sagenumwobene Kailash-Tempel steht. Im weiten Felsen Arial befinden sich 34 Höhlentempel, doch einzigartig auf der ganzen Welt, ist der Tempel Kailash, der Gott Shiva geweiht ist. Dieser riesige Monolith, aus einem Stück geschlagen, ist eines der spektakulärsten Tempel Größte der Welt. Die große Tempelanlage ist komplett aus der Felswand herausgeschlagen. Ebenso wie Ajanta, so gehören auch die Tempel von Ellora zum Weltkulturerbe.

Auf dem Rückweg besuchte ich noch das monströse Fort von Daulatabad mit seinen schrecklichen Folterkammern, danach ein Mausoleum eines Sultans und dann noch die Felsenhöhlen von Aurangabat, die ähnlich derer von Ajanta sind. Am Abend sitze ich dann wieder in meinem fahrenden Bett nach Udaipur, so dachte ich zumindest. Als ich am Ziel aussteige, lese ich „-Ahmedabad- Scheiße ich bin in den falschen Zug eingestiegen“!

Den ganzen Tag gondle ich durch die Gegend, bis ich dann am Abend Udaipur erreiche. Bis Mitternacht irre ich von Absteige zu Absteige, doch alle haben keine Erlaubnis vom Staat, Ausländer unterzubringen. Um 22 Uhr platzt mir der dann Kragen und ich nehme mir für 30 Euro ein Luxushotel.

 

Am Morgen beim Busbahnhof erfuhr ich, dass der Bus nach „Ranakpur“ gerade weggefahren ist. Ich nahm mir einen Bus nach „Ahmedabad“, der auch in Richtung Ranakpur fährt, blos muß ich einmal umsteigen. Diese Fahrt werde wohl ich nie vergessen. Ein Bus ohne Türen, auf staubigem Feldwegen, kreuz und quer durch die Pampas, stundenlanges Warten auf den nächsten Bus, von Hunger und Durst geplagt bei 48 Grad Hitze, erreichte ich nicht Mal am nächsten Tag mein Ziel Udaipur. Als der mit 22 Personen überladene Jeep am Nachmittag an einem Bergsee entlang fuhr, brüllte ich genervt, „stopp“. Der Busfahrer macht eine Vollbremsung und ich steige aus. Auf Schusters Rappen ging ich dann am See entlang und stieß rein zufällig auf eine kleine, recht ansehnliche Pension, die dann für 3 Tage mein zuhause war.

Am nächsten Tag brachte mich ein Motorradfahrer zum nahegelegenen Jain-Tempel Ranakpur. Der Marmortempel mit seinen unzähligen Säulen, zählt zu der größten Kostbarkeiten Indiens.

 

Die nächsten 2 Tage dienten zur Entspannung, die hatte ich bitter nötig. Ich hielt mich meistens am See auf, deren Arial das reinste Tierparadies war.

Erholt und voller Tatendrang saß ich darauf im Bus nach Jodpur. Von weiten sieht man schon das bombastische Meheranghar-Fort. Hier mietete ich mir ein Motorrad, trieb mich lange zwischen den Mauern der gewaltigen Anlage herum und besuchte danach den Dilwara-Marmorstempel der Jain.

Langsam wurde es immer heißer, denn es ging nach Jailsalmar, in die Wüste Thar. Wieder sch von Weitem, sah man die gewaltige Burgfeste, mit ihrem siebenstöckigen Palast Sie ist die größte noch intakte Feste der Welt, denn es wohnen über 5000 Menschen innerhalb der Burganlage.

Die Stadt mit ihren märchenhaften Bauten, ist ein Märchen von Tausendundeiner Nacht. Am nächsten Tag geht es mit Kamel und Treiber, für 3 Tage in die Wüste. 58 Grad Hitze brachten mein Arschwasser zum Kochen. Wir besuchten Wüstennomaden, Oasen mit Wasserbrunnen die 50 Meter tief sind, kletterten mit unseren Kamelen über hundert Meter hohe Dünen und ich schwitzte bei 58 Grad im Schatten mich fast zu Tode. Die Eindrücke des Nomadenlebens, die ständigen Krämpfe in der Nacht, dazu das schaurige Wolfsgeheul in der Nacht, werde ich wohl in meinem Leben nicht vergessen.

 

Indiens Prachtbauten sind weltweit kaum zu toppen, dass zeigte auch mein nächstes Ziel „Jaipur“, auch Pink-City genannt. Der Palast, in dem noch die herrschaftliche Familie im siebten Stock wohnt, ist sehenswert. Ein orientalischer Traum aber ist das „Hawa Mahal“. Das Bauwerk mit 900 Fenstern und Erkern, im roten Sandstein erbaut, beherbergte einige hunderte Konkubinen, die streng isoliert, mit ihren Blicken, am Stadtleben teilnehmen konnten.

In Agra meiner nächsten Destination, lockte mich natürlich Indiens größtes Wahrzeichen, das „Taj Mahal“. Shah Jahan lies für seine Frau dieses Pracht-Mausoleum aus weißem Marmor errichten. Neben anderen Altertümern war dann das Rote-Fort, dass nächste Highligth. Vor Allem der Blick vom Roten-Fort zum Taj Mahal, ist ein einzig artiges Fotomotiv. Kaum aber 3 Ecken weiter, wird man vom Dreck und Müll in den Straßen erstickt.

Mit einem Bus aus dem letzten Jahrhundert, ging es dann nach Khajuraho. Von Touristen kaum besucht, erreichte ich nach 14 Stunden Folter, den Tempelbezirk erotischer Meisterleistung. 20 Tempel der Hindu und Jain-Kultur, mit den unglaublichsten Sexstellungen, über 1000 Jahre alt, sind Gott Shiva geweiht. Für sexuelle Spießer ist diese Tempelstadt weiß Gott kein Platz und so mancher Besucher dürfte zu tiefst empört sein, über die sehr anrüchigen sexuellen Skulpturen, in den Mauern der Tempelanlagen.

 

Genug gesehen vom Schweinkram vergangener Epoche, setzte ich mich in den Bus und fuhr nach Varanasi, der Stadt des Todes. Einer Stadt, wo es noch am indischsten zu geht. Mit einem Boot entlang am Ganges, vorbei am „Sormeswar Ghate“ wo die Kranken gebadet werden, am „Dasasvamadh Ghate“, wo die Sadhu‘s mit Asche bestreut meditieren, oder am Jalashayin „Ghate wo die Toten verbrannt werden, vorbei an aufgedunsenen Leichen im Ganges, die mit ihren, durch Gase aufgeplatzten Bäuchen, ein grauenhaftes Bild hergeben. An solchen ereignisreichen Tagen, verstreicht der Tag natürlich wie im Flug. Da am Verbrennungs-Ghate das Fotografieren verboten ist, fragte ich den Guide, wie ich zu guten Fotos kommen kann. Als ich wieder die Journalisten-Masche abziehe, gelingt mir ein Haupttreffer. Ich traute meinen Ohren nicht, als er mir erzählt, dass sein Onkel der Chef des Totenhauses ist, wo davor die Leichen verbrannt werden.

Am Abend holte mich der Guide ab, und brachte mich zum Hintertürchen des Totenhauses, wo mich der Onkel erwartete und mich auf das Dach des Toten-Haus führte. Ohne das Blitzlicht zu benutzen, denn es durfte um Gotteswillen keiner merken, konnte ich für 120 $ einige brauchbare Fotos schießen. Ein lauter Schrei drang aus der Tiefe, ich zuckte zurück und verließ mit dem Totenmann wieder das Dach. Ich wusste nicht ob der Schrei mir galt, weil man mich gesehen hatte, aber „Vorsicht ist besser als Nachsicht“.

 

Am nächsten Tag galt mein Ziel, einem der größten Wirkungsstätten Buddhas. Nahe Varanasi liegt Saranath, einer langjährigen Wirkungsstätte Buddhas. Nach seiner Erleuchtung in Bodhgaya, kam Buddha hier her um zu predigen. Tief beeindruckt, hatte ich 14 Stunden im Schlafbus Zeit, über das Erlebte nachzudenken. In Delhi angekommen, sitze ich am nächsten Tag schon im Bus nach Dharamsala, in den Bergen von Nord-Indien. Vorbei an Teeplantagen geht es zur zweiten Heimat des Dalai Lamas. Hier begab ich mich ins jetzige Zuhause seiner Heiligkeit, um für eine Audienz zu bitten. Leider hatte ich kein Glück, Dalai Lama weilte zu dieser Zeit in England.

Einige Tage strawanste ich noch in den Bergen herum und fuhr dann zurück nach Neu-Delhi. Auch hier besuchte ich das Rote Fort, das Regierungsgebäude und einige Tempel.

 

Ende Juli flog ich dann zurück nach Galle-Sri Lanka, wo ich wohlbehalten mein Schiff vorfand. Nach 2 Tagen klarierte ich aus und begab mich auf den Weg nach zurück nach Thailand. Wieder schoben mich kräftige Südwest-Winde, hurtig nach Osten. Da aber die Winde noch nicht so stark waren wie vor 2 Jahren im September, war das Segeln wesentlich angenehmer.

In Nord Sumatra hielt ich mich nur eine Nacht auf, weil ich die aufdringlich, frechen Fischer noch gut in Erinnerung hatte. In der Malakka-Streat, hatte ich dieses Mal keine Probleme mit Möchtegern-Piraten, allerdings kurz vor den Surin-Inseln, nahe der Grenze zu Myanmar, traf mich ein gewaltiger Gewittersturm, der mein stark gerefftes Großsegel in Fetzen riss.

 

Als ich in Phuket einklarierte, war dem Seewolf nur noch nach Ruhe und Frieden zu mute.

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© Wolfgang Clemens