Herzlich Willkommen auf der Website des Weltumseglers und Abenteuerers Wolfgang Clemens!
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Vortrag 15: Birma

2016 gibts die neue Vortragsreihe!

Reisebericht 2012. Als die letzten Taucher von Bord waren, brachte ich das Schiff wieder nach Lankawi in Malaysia. In einer geschützten Bucht hängte ich den Kahn vor zwei Anker und überließ es dem Zufall, ob er da noch liegen würde, wenn ich im November wiederkomme. Mit der Fähre fuhr ich nach Satun - Thailand und mit dem Nachtbus in 15 Stunden weiter nach Bangkok.

 

Als ich mein Visum für Birma (Myanmar) beantragte, musste ich leider erfahren dass es keine Möglichkeit gab, über Land nach Birma einzureisen. Für die nächsten 3 Tage nahm ich mir ein Billighotel in der Khasoun-Roud, besuchte das 3 Tage andauernde Neujahrsfest -Songkran- Nähe Königspalast, mit König und Königin und einem noch nie zuvor gesehenem Prunkaufmarsch.

Während dieser Parade bekam ich dann in der Fan-Meile am Abend, von einem Engländer eine auf mein Dach. Als ein betrunkener UK-Boy am Nachbartisch, einem Thaimädchen eine schmierte, schickte ich ihn mit einem Faustschlag zu Boden. Sein Freund schlug mir daraufhin, feige von hinten eine Bierflasche über den Schädel, dass man mich mit 2 Platzwunden ins Krankenhaus einliefern musste. Wie ich später erfuhr, wurden die beiden Schläger von der Polizei festgenommen und abgeführt.

 

Als ich mein Visum hatte, flog ich nach Yangon und mit dem Nachtbus gleich weiter nach Mandalay. Hier besuchte ich in den nächsten 4 Tagen alle erdenklichen Tempel und Sehenswürdigkeiten. Einen tiefen Eindruck hinterließ bei mir, der Besuch des 3,8 Meter hohen, goldenen Buddha, in der Mahamuni Pagode. Tausende Leute finden sich täglich um 4 Uhr früh in der Pagode ein, um der Morgentoilette des Buddhas beizuwohnen. Mönche waschen die Statue, putzen ihm die Zähne und das Volk bringt, auf den Knien rutschend, dass Frühstück für Buddha.

Da gerade das Buddhistische Neujahresfest anstand, ertrank das Land unter Tags regelrecht im Wasser, was sich ganz einfach erklären lässt. Für 10 Tage sind alle Geschäfte geschlossen und wer sich auf die Strasse wagt, wird mit Wasser ertränkt. Aus allen Leitungen, Rohren und Kübeln wird auf die vorbeifahrenden Verkehrsteilnehmer gespritzt. Sogar mit Feuerwehrschläuchen wird auf alles Bewegliche gezielt, wobei der mächtige Druck schon manchen Motorradfahrer aus dem Sattel gerissen hat. Es herrscht freudig, ausgelassener Ausnahmezustand, der bei 50 Grad im Schatten gar nicht so unangenehm ist. Ich besuchte das riesige Tempel-Höhlensystem in Pin U Lwin, einige Kulturminderheiten in den Bergen und hatte ein lustiges Erlebnis in einem sprichwörtlichen Freudenhaus.

Ein weiteres Highlight meiner Reise war dann das architektonische Weltwunder, die Tempelstadt Bagan. Im 11. bis 13. Jahrhundert errichteten hier die Bagan tausende von Tempel, die heute zum Weltkulturerbe zählen. Als nächstes folgten die heiligen Tempel der Nats auf dem Mt. Pupa.

Dann reiste ich nach Mingun, denn hier sollte 1790 die größte Pagode der Welt entstehen, die aber nie zur Vollendung kam. Die größte und schwerste Glocke der Welt, mit beeindruckenden 90 Tonnen Gewicht, hängt neben dem riesigen Fundament der Pagode. Ich fuhr mit einem Kahn zu einigen Tempeln am Ayeyarwady-River und zu den Pagoden von Sagaing. Unterwegs kam unser Kahn dann in Seenot und nur unserer Hilfe durch ständiges Wasserschöpfen war es zu verdanken, dass unser Kahn nicht absoff.

 

Über Pakoku, Meiktila, ging es dann zum herrlichen Inle-See in der Shan-Region, mit ihren weltweit einmaligen Einbein-Ruderern, die mit abartigen Ruderbewegungen, ihre Boote über das Wasser treiben. Eingebetet zwischen hohen Bergen liegt der fantastische Bergsee, mit seiner beeindruckenden Wasserwelt. Schwimmende Inseln auf denen Gemüse angebaut wird, Dörfer die auf Stelzen stehen, Fischer mit ihrem eigenartigen Fahrstil und viele Kulturminderheiten die zum Markt strömen, diese einschneidenden Erlebnisse wird der Gang so schnell nicht vergessen .

Mit einem Taxi und in Begleitung einer jungen hübschen Führerin vom Stamme der PO, ging es dann zum nächsten Weltkulturerbe, dem Pagodenwald von Kakku. 2500 Stupas im eleganten Shan-Stil aus dem 16. Jahrhundert, bilden einen architektonischen Irrgarten aus prähistorischer Zeit, in dem man sich verlaufen kann.

 

In Pindaya besuchte ich die riesigen Tropfsteinhöhlen mit ihren achttausend Buddha Statuen und flog danach, da eine Überlandreise verboten war, in die Bergregion Kyaing Tong. Dies ist die Heimat der ethnischen Stämme Lisu, Akha, Lahu, Än, Thai, Khün, Thai Lü und Wa-Tribes. Tagelang war ich mit einem Führer unterwegs zu den Kulturminderheiten, die dort in den Bergen leben. Allerdings, das tägliche Anstehen bei der Immigration (Behörden), die das Permit (Genehmigung) zu den jeweiligen Stämmen ausstellen, war nervtötend.

Inzwischen eingespielt mit meinem Guide, wagten wir uns ohne Permit zu entlegenen Berg-Stämmen, die zuvor selten Fremde gesehen hatten. Hätte man uns bei unseren illegalen Exkursionen erwischt, wären wir unweigerlich in den Knast gewandert. Bereits um 3 Uhr früh, um den Militärischen-Straßenkontrollen zu entgehen, fuhren wir mit einer zwei schweren 250iger Geländemaschine in die Berge zu diesen Kulturminderheiten. Es sind ethnische Gruppen die ihre eigenen Gesetze und Götter und haben, wie zum Beispiel Sonne, Mond, Wind und Wasser.

Ein Palong-Dorf, welches wir in der Ferne sahen, war nicht erreichbar, da vor Monaten beim starken Monsunregen der Pfad verschüttet wurde und bis heute noch keinerlei Möglichkeiten geschaffen wurde, die Isolation aufzuheben. Unterwegs mussten wir 3 Einheimische retten, die in den Bergen mit ihrem Motorrad abgestürzt waren. Dadurch kamen wir in Zeitverzug und mussten in den Bergen in unserem mitgeführten Zelt übernachten.

Am nächsten Morgen hatte ich schlagartig Fieber und war den Medizinischen Künsten des Medizinmannes ausgeliefert. Am Abend, stand ich zwar schwach, doch wackelig auf den Füßen. Wegen der polizeilichen Straßenkontrollen kamen wir erst in der Nacht um 24 Uhr in meiner Herberge an.

Ich hatte zwar Glück im Unglück, doch die abenteuerliche Reise, war genau nach dem Geschmack vom Seewolf Gang. Mit Hilfe meiner Herbergsmutter, war ich in 3 Tagen wieder so her gestellt, dass ich meine Reise fortsetzen konnte.

 

Am Abend ging ich dann in die Shwedagon Pagode, die all monatlich bei Vollmond ein Schauspiel besonderer Art liefert, die nicht seines Gleichen findet. Tausende Menschen strömen in den vor Gold strotzenden Tempel, um im Schein der unzähligen Kerzen Buddha zu huldigen.

Mein nächstes Ziel war dann der Goldene Rock in Kyaik-htiyo. Hoch oben in den Bergen liegt ein von Gold überzogener Balance-Felsen, der ein tägliches Ziel tausender Pilger ist. Die Anfahrt bergauf geschieht mit bis zu 50 Leuten, die auf der Ladefläche von LKWs hocken und dabei fort während beten. Da sich die Driver der Tracks durch die Haarnadelkurven, ein Bergrennen abhalten, hat jeder Pilger vor Angst die Hosen so gestrichen voll, dass sie sich nur noch an die Gnade Lord Buddhas halten.

Am nächsten Tag befand ich mich bereits in Bago der einstigen Hauptstadt eines mächtigen Königreiches. Schon von weitem glänzt die Shwemawdaw-Pagode, die mit 114 Metern die höchste der Welt ist.

Mit dem Flieger flog ich zurück nach Bangkok. Und mit dem Nachtbus in 16 Stunden nach Satun und weiter mit der Fähre nach Langkawi. Erfreut weil am Schiff alles in Ordnung war, bunkerte ich zollfrei das Schiff voll Proviant und segelte danach zurück nach Phuket.  

 

Einige Bilder zum Vortrag:

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© Wolfgang Clemens