Herzlich Willkommen auf der Website des Weltumseglers und Abenteuerers Wolfgang Clemens!
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Vortrag 13: China u. die Seidenstraße

Eine beeindruckende Reise durch Asien

Mit seiner neuen Yacht Bavaria II segelte Gangerl 2010 entlang der Ostafrikanischen Küste, südwärts nach Mosambik und über die Komoren. Zum 3. Mal steuert er seine Trauminsel Madagaskar an. Gegenstrom und Stürme machten ihm das Leben an Bord oftmals zu einer Qual. Aber Gangerl, der schon kilometermäßig 8 Mal um den Globus reiste, räumte mit seiner mentalen Kraft jedes Hindernis aus seinem Wege. Seine Devise lautet: „Alles im Leben ist Kopfsache“.

Sein Leben ist wie das Meer, mal ist es sanft und unsagbar schön, dann wieder rau und grässlich wie das Erbrochene. Seine Abenteuer pflanzen sich fort um den Globus, denn er ist ständig auf der Suche danach, um seine Erlebnis-Sucht zu stillen.

 

Auf dem Wege zu den Seychellen erwischte der Bayer wie so oft schon eine fürchterliche Wetter-Watschen, bei der die Genua zerriss und eine einsteigende Welle seinen Computer zerstörte. Er erreichte die Malediven und durchstreifte zum zweiten Mal Sri Lanka. Die darauf folgende Seereise zwischen Sri Lanka und Malaysia wurde zur reinsten Tortur. Gebrochener Segelbaum, kaputtes Ruderblatt, Piraten-Attacken und das ständige Wachegehen auf Deck im chaotischen Schiffsverkehr machten dem Einhandsegler schwer zu schaffen - und das bei Windstärke 8.

In Malaysia-Lankawi angekommen, deponierte er seine Yacht in einem Mangroven-Dschungel und durchstreifte 2010/2011 Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam. Dabei legte der Tramp auf dem Landweg über 10.000 Kilometer zurück.

 

Zum dritten Male begab sich der Kosmopolit nach China und besuchte dort mit seinem Freund alle Kulturstätten dieses überaus interessanten Landes. Von Xian aus folgte Gang den Spuren der Seidenstraße. Seine Wege führten ihn durch die Takla Makan-Wüste nach Kirgistan. Am Issyk Kul-See schlug er sein Zelt auf und ritt auf dem Rücken eines Pferdes in die Berge hinauf bis zur Eisgrenze des Tien Schan Gebirges.

Traumhaft schöne und weite Landschaften breiteten sich vor ihm aus. Überall trafen sie auf grasende Pferde-, Schaf- und Rinderherden. Es begegneten ihnen einheimische Jäger, die mit ihren gezähmten Adlern auf die Jagd gingen. Nach einigen Wochen überschritt Gangerl dann die Grenze nach Usbekistan. Sagenhafte Tempelbauten in den Wüsten-Oasen Samarkand, Buchara und Chiwa beeindruckten hier wie aus dem Märchen „Tausend und eine Nacht“.

Über den Torugart-Pass (3752 Meter) im Tian Shan Gebirge, ging die Reise wieder zurück nach China. Schon an der Grenze des von Krisen gebeutelten Gebiets der Uguren begannen die zu erwartenden Schikanen des Militärs. Die traumhafte und sehr belebte Altstadt von Kashgar, ein Wüstenritt bei ordentlichem Sandsturm, die atemberaubende Kulisse am 7546 Meter hohen Mustagh Ata und die Schikane der Militärs am 4690 Meter hohen Torugart Pass (Grenzübergang nach Pakistan), hinterließen bei Gangerl über das Land China ein Wechselbad der Gefühle.

Wirklich abenteuerlich wurde es dann, als sie weiterzogen auf der alten Seidenstrasse in Richtung Gilgit. Tiefste Schluchten, eingezwängt zwischen massiven Bergriesen, taten sich vor ihnen auf. Inmitten einer nicht endenden Baustelle mit Tausenden von Arbeitern wurde die Fahrt zur Tortur. Es ist die größte Baustelle der Welt, 35.000 Chinesen und Pakistani sowie Fremdarbeiter schuften hier seit Jahren. Stundenlang standen sie in Staus, mit Staub, Sprengungen, dem Krach der Pressluftbohrer und tief unten gurgelten die ungestümen, wilden Wassermassen des Gilgit- und Indus River.

 

Durch seine selbst gebastelten Presseausweise beschaffte sich Gangerl eine herzliche Aufnahme bei den Leuten der Hunza. Das ist der Ursprungs-Stamm der Taliban, die in zerklüfteten Bergketten ihre Lager aufgeschlagen haben. Zu unserem Empfang spielte eine Band auf, bei deren Musik dem Weltenbummler die Zahnplomben herausfielen. Es folgtenEinladungen in private Haushalte und man erwies Gangerl sogar die Ehre, an einer Hochzeit teilzunehmen.

Im Laufe der Zeit stellte sich ganz insgeheim heraus, dass so mancher, den Gangerl dort kennen lernte, auch tatsächlich Angehörige bei der weltweit bekannten und gesuchten Terrorgruppe Taliban hat. Als die beiden Abenteurervon Gilgit auszum Nanga Parbat weiterreisten, flog genau in dieser Nacht in der Stadt ein Hotel in die Luft. Das war die eiskalte Handschrift der Taliban.

 

Die anschließende Fahrt zum Nanga Parbat war die reinste Mutprobe oder besser gesagt der blanke Horror. An senkrechter Felswand und an schwindelerregenden Abhängen entlang, ging die vor Angst schweißtreibende Fahrt hinauf zur Blumenwiese, dem Vorfeld-Lager. Der spätere Aufstieg zum Basislager auf 5500 Meter war dann zwar anstrengend, aber ohne beklemmende Ängste. Viele deutsche Bergsteiger hatten sich an diesem Eisriesen versucht und dabei ihr Leben gelassen. Beim Rückweg filmte Gangerl gegen die Anweisung seines Guides drei Holz tragende Frauen, die sofort verrückt spielten, da es bei diesem Stamm ein absolutes Tabu ist, sich ablichten zu lassen. Um nicht auf die auflauernden Dorfbewohner bei der Rückkehr zu treffen, mussten sie einen größeren Umweg um das Dorf in Kauf nehmen. Hier gab es schon tote Touristen durch die Steinigung der erzürnten Dorfbewohner.

 

Weiter führt dieser Weg der Seidenstraße nach Indien, die Gangerl 2012 bereiste.

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© Wolfgang Clemens