Herzlich Willkommen auf der Website des Weltumseglers und Abenteuerers Wolfgang Clemens!
Herzlich Willkommen auf der Website des Weltumseglers und Abenteuerers Wolfgang Clemens!

Vortrag 09: World Challenge

Donau – Südsee – Borneo – Madagaskar

Seit 1987 segelt der gelernte Kunstschmied, mit seiner selbst gebauten Yacht um die Welt. Dabei hat er kilometermäßig, 6-mal die Erde umrundet. Auf seinem Trip um den Globus lernte er die verschiedensten Naturvölker, einen Bischof, Könige, Diplomaten, Künstler, Erfolgsmenschen, Gangster, Mörder und Bettler kennen.

 

Wolfgang Clemens, alias Gangerl, war in seiner Jugend ein nicht gerade leicht erziehbarer Junge. Nach einer Lehre in München als Kunstschmied brauchte er mehr Freiheit und ging als Mühlenbauer auf Montage. Dabei lernte er seine Frau kennen, zeugte zwei Kinder und glaubte, nach sieben Jahren wäre sein Soll erfüllt. Nach dieser ehelichen Ruhephase ließ er dann so richtig die „Sau“ raus. Er betrieb alle Adrenalin-Action-Sportarten, die man sich denken kann, avancierte zum Frauenheld, wurde zweimal zum Faschingsprinz gekürt, erwarb sich als Partylöwe einen Namen und bewies sich als Hans Dampf in allen Gassen. Durch seinen Wagemut verbrachte er viele Monate in Krankenhäusern und sprang dem Teufel nicht nur einmal von der Schippe.

 

Seine Abenteuerlust trieb ihn in ferne Länder, wo er nicht nur die schönen Seiten des Lebens kennen lernte. Auf einer Tauchsafari in Griechenland wurde er mit Amphoren erwischt und man verdonnerte ihn zu zwei Jahren Gefängnis. Doch mit Hilfe einiger Politiker kam er nach 75 Tagen wieder frei. Diese bittere Erfahrung holte ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Nicht aber, dass er nun ein rechtschaffener Deutscher wurde, nein, er fasste nun den Plan, dieser spießigen Welt den Rücken zu kehren.

 

Um diesen Plan ausführen zu können, benötigte er ein Schiff. In 12-jähriger Freizeitarbeit baute er sich ohne fremde Hilfe eine 15 Meter lange stählerne Segelyacht. Als das Werk schließlich vollendet war, verkaufte er seine Kunstschmiede und sagte „Tschüss“. Er hatte nichts mehr außer seiner Mutter und seine beiden Kinder, die ihn in Deutschland hielten. Seine Devise war, wenn aussteigen, dann richtig.

 

Mit großem Bahnhof wird er in Regensburg verabschiedet, und der ahnungslose Hochseekapitän schippert die Donau abwärts durch die damals unruhigen Balkanländer ins Schwarze Meer. Für das touristisch überschwemmte Mittelmeer nimmt sich Gangerl nur ein halbes Jahr Zeit. Aber schon da bekommen die bunten Blätter ihre ersten Schlagzeilen. Die Bavaria, so wurde Gangerls Schiff getauft, legt sich nichts ahnend in Palma de Mallorca, neben eine deutsche Yacht aus Kiel. Deren Crew verleiht ihrer Abneigung gegen Segler aus Bayern dadurch Ausdruck, in dem sie das Schiff mit einem Hagel aus Eiern, Tomaten und brennenden Lappen eindecken. Die Attacke ging auf der Titelseite der Bildzeitung als „Die Schlacht von Mallorca“ in die Pressehistorie ein. In diesem Zusammenhang bat anschließend Prinz Michael von Preußen mit einer Flasche Moet Chadon den erzürnten Bayern, für das flegelhafte Verhalten seiner Landsleute, um Entschuldigung.

 

Für seine erste große Feuertaufe, die Überquerung des Atlantiks, hatte sich Rasmus, der Gott der Winde, für unseren Aussteiger etwas Besonderes einfallen lassen. Sichtlich erzürnt über so viel Unverfrorenheit eines Möchtegernskippers, schicke er Gangerl den Geschmack eines Weltunterganges. 38 Yachten waren von Gibraltar aus zur Atlantiküberquerung aufgebrochen. 37 gaben auf, eine davon für immer. Aber am Gangerl hatte sich Rasmus die Zähne ausgebissen. Bei Windstärke 12 treibt er tagelang hilflos auf dem Ozean herum, aber an ein Aufgeben denkt der Bayer nicht. Fernab von der touristischen Yachtszene durchkreuzt er die Karibik, Venezuela, Panama und legt wert auf ausgiebige Inlandtouren.

 

Durch den Panama-Kanal, über die Schatzinsel Kokos und Galapagos erreicht er in 35 Tagen die Marquesas in der Südsee. Dieser große Pazifik unterhalb des Äquators sollte die nächsten 5 Jahre Gangerls Wahlheimat werden. In den Tuamotus, dem größten Atollgebiet der Erde, widmet sich Gangerl seinem Lieblingssport, dem Tauchen. Auf seinen ca. 6000 Tauchgängen erlebt er nicht selten gefährliche Situationen. Für die Aufnahmen von Mund-zu-Mund-Fütterungen von Haien und Muränen zeichnete ihn der internationale Amateurfilmverband mit einer Goldmedaille aus. Sein Faible für Natur und Primitivkulturen, treibt ihn an Land mit der selben Zuverlässigkeit in Extreme, wie auf See. Über Französisch Polynesien segelt unser Tausendsassa zu einem Meeting mit dem König von Tonga. Drei mal besucht er Neuseeland, besteigt den Mt. Cook und trampt mit dem Rucksack, lange Zeit durch das wunderschön Land. Über Fidschi erreicht die Bavaria wieder ein Tauchparadies Namens Tuvalu. Ein halbes Jahr verweilt der Abenteurer 1991 als erste Yacht im Atoll Nanumea .Gangerl war dort total in die Dorfgemeinschaft integriert, und erlebt seltsam anmutende Dinge mit den Eingeborenen. Sowie auf vielen anderen Inseln unternimmt er auch hier, mit seinem Drachen die Erstbefliegung.

 

Mit kräftigem Wind kreuzt die Bavaria dann nach Australien, wo er sich wieder ausführlich dem Inland widmet. Auf dem Weg von Tasmanien nach Auckland-Island, in der Nähe der Antarktis gerät die Bavaria in einen horrenden Sturm. Zyklon Polly ein Sturm von 80 kn Windgeschwindigkeit und 20 m hohen Wellen, versucht das Schiff zu zerschmettern. Sieben Tage dauerte dieser Jahrhundertsturm, und dabei wird das Schiff etliche Male mit dem Masten auf das Wasser gelegt.

 

Wieder in Neuseeland zurück, leckt das Schiff und der Kapitän erstmals die entstandenen Wunden. Über Westsamoa, Wallis und Fidschi schlägt sich der Globetrotter nach Vanuatu durch. Hier besucht er die mit Penisköchern bewaffneten Turmspringer in Punlap, auf Pentacote und  sieht dem spektakulären Turmspringen zu. Illegal besucht er daraufhin die Kwaios auf den Salomonen und wandert dafür wieder einmal ins Gefängnis. Ein besonderes Highlight  für ihn, ist dann Papua Neuguinea. Monatelang durchstreifte er den Dschungel, lebt bei den Kannibalen und wird durch eigene Dummheit, fast in den Kochtopf gesteckt. Er lernt durch den Bischof Maier, den damals noch lebenden Sir William Wamp kennen. Der Ex-Häuptling vom Stamme der Huli, ein ehemaliger Kannibale, wurde 1965 von der Englischen Queen geadelt, weil er 1935 die australischen Lee-Brüder, die Entdecker des Hochlandes, nicht verspeist hatte. Er besucht die Lepra-Insel Kapingamarangi, direkt am Äquator, die seit 15 Jahren kein Schiff mehr besuchte.

 

Monatelang pendelt Clemens zwischen den atemberaubenden Inseln der Karolinen Satawan, Truk, Yap, Ifalik. Er erfreut sich an der phantastischen Natur, vornehmlich unter Wasser, und lebt in Harmonie unter exotischen Stämmen. Auf dem Weg zu den Philippinen gerät er mit dem Insel-Chief von Lamutrek in eine heftige Auseinandersetzung und später in einen Taifun. Zwei Jahre durchkreuzt er die unzähligen Inseln und gelangt natürlich auch in das gefürchtete Piratengebiet der Erde, der Sulusee. Dort erlebte er den Schlimmsten, von ca. 20 Raubüberfällen. Nachts entern schwer bewaffnete Piraten seine Yacht und als sie auf ihn anlegen wollten, drückte er ab. Einer kippte tödlich getroffen über die Reling, der Zweite kollabierte an Deck. Als der Skipper ihn von Bord befördern will, schlitzt ihm der Verletzte den linken Unterarm auf. Clemens zieht dem Schurken  seinen Knüppel über den Kopf und entsorgte die Leiche außen Bords. Eine 30 cm lange Wunde, zeugt noch heute vom Kampf in der Sulusee.

 

Total geschwächt durch Denge-Fieber, auf 63 Kg. Abgemagert, fliegt Clemens nach 7 Jahren zum ersten mal in die Heimat zurück. Aus Geldmangel hält er Diavorträge über seine abenteuerlichen Reisen und arbeitet in seiner ehemaligen Kunstschmiede. Aber er kommt mit den Deutschen nicht mehr ganz zu recht. Wie engstirnig, angeberisch und neidisch waren sie doch geworden. Sie leben in einem Schlaraffenland und alles was sie noch kennen, ist Hektik und Neid. Nach ein paar Monaten bekommt er, wohl durch diesen Stress in Deutschland, große Magenprobleme und sticht wieder in See.

 

Ein zweites Mal nimmt er Kurs auf Neuguinea und wird unterwegs von einem fürchterlichen Dengefieber-Anfall eingeholt. Tagelang treibt er mit 42 Grad Fieber, im Delirium auf offner See und erreicht fertig und abgemagert Irian Jaya. Wochenlange Trips im Hochland zu den Dani, Lani und Yally-Tribes, bringen ihn in die Steinzeit zurück. Mit fünf Trägern und einem Führer besuchte er Dörfer, die noch nie ein Weißer zuvor betreten hatte. Mit einer einmotorigen Piper fliegt er nach Agats in die Sümpfe von Asmat. Er lebte bei den Asmat, Karowais und Kombais, welche ihre Hütten hoch in die Baumgipfel bauen und heute noch immer in grausamen Ritualen Menschen verzehren.

 

Auf dem Heimweg zu den Philippinen, taucht Gangerl in unentdeckten Tauchparadiesen der indonesischen Inselwelt. Nach seiner Ankunft auf den Philippinen überfällt ihn wieder das Dengefieber und er springt im Krankenhaus von Cebu, wieder einmal dem Teufel von der Schippe. Auf dem Weg nach Malaysia entkommt der Verrückte wieder um Haaresbreite den Sulu-Piraten. Auf Borneo besucht er die Orang-Utans in Sepilok, viele Dörfer der Ureinwohner und besteigt den Kinabalu, den höchsten Berg Südasiens mit 4100 m. Als er in Pontianak-Kalimantan auf der indonesischen Seite einklariert, wird er, wie so oft, nachts überfallen und ausgeraubt. Diesmal erwischen die Gangster seine gesamte teure Film- und Fotoausrüstung. In Jakarta angekommen, startet er einen Trip über Bali, nach Komodo, wo die 4 m langen fleischfressenden Echsen leben, die letzten Nachfahren der Dinosauriere. Ein besonderes Erlebnis für den Abenteurer, war die Waljagd per Kanu und Handspeer, auf der Insel Sumatra. Auf dem paradiesischen Chagos Archipel musste der begeisterte Taucher wegen Attacken eines Tigerhaies um sein Leben zittern. Nach 72 Tagen erreicht er dann das Seychellenarchipel und reiste erst weiter, als er alle Inseln dort besucht hatte.  Über Madagaskar, dem Vogelparadies Cosmoledo, gelangt unser Naturfreak ins behüteteste Tieratoll der Welt. Nur ganz wenigen Forschern ist es erlaubt, der Weltbank einzigartiges Naturerbe „Aldabra“ zu besuchen. 150.000 Landschildkröten wohnen hier und täglich legen ca. 1000 Seeschildkröten ihre Eier ab. Nach einem Blitzschlag segelt er ohne GPS nach Afrika und erforscht mit dem Rucksack 2 Jahre lang den schwarzen Kontinent.

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© Wolfgang Clemens