Herzlich Willkommen auf der Website des Weltumseglers und Abenteuerers Wolfgang Clemens!
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Donau - Südsee - Seychellen

Mit großem Bahnhof wurde er in Regensburg verabschiedet, und der ahnungslose Hochseekapitän schipperte Donau abwärts durch die damals unruhigen Balkanländer ins Schwarze Meer. Für das touristisch überschwemmte Mittelmeer nahm sich Gangerl nur ein halbes Jahr Zeit. Aber schon da bekamen die bunten Blätter ihre ersten Schlagzeilen. Die Bavaria, so wurde Gangerls Schiff getauft, legte sich nichts ahnend in Palma de Mallorca neben eine deutsche Yacht aus Kiel. Deren Crew verlieh ihrer Abneigung gegen Segler aus Bayern dadurch Ausdruck, in dem sie das Schiff mit einem Hagel aus Eiern, Tomaten und brennenden Lappen eindeckten. Die Attacke ging auf der Titelseite der Bildzeitung als „Die Schlacht von Mallorca“ in die Pressehistorie ein. In diesem Zusammenhang bat anschließend Prinz Michael von Preußen mit einer Flasche Moet Chadon den erzürnten Bayern, für das flegelhafte Verhalten seiner Landsleute, um Entschuldigung.

Für seine erste große Feuertaufe, die Überquerung des Atlantiks, hatte sich Rasmus, der Gott der Winde, für unseren Aussteiger etwas Besonderes einfallen lassen. Sichtlich erzürnt über so viel Unverfrorenheit eines Möchtegernskippers, schickte er Gangerl den Geschmack eines Weltunterganges. 38 Yachten waren von Gibraltar aus zur Atlantiküberquerung aufgebrochen. 37 gaben auf, eine davon für immer. Aber am Gangerl hatte sich Rasmus die Zähne ausgebissen. Bei Windstärke 12 trieb er tagelang hilflos auf dem Ozean herum, aber an ein Aufgeben dachte der Bayer nicht. Fernab von der touristischen Yachtszene durchkreuzte er die Karibik, Venezuela, Panama und legte wert auf ausgiebige Inlandtouren.

Durch den Panama-Kanal, über die Schatzinsel und Galapagos erreichte er in 35 Tagen die Marquesas in der Südsee. Dieser große Pazifik unterhalb des Äquators sollte die nächsten 5 Jahre Gangerls Wahlheimat werden. In den Tuamotus, dem größten Atollgebiet der Erde, widmete sich Gangerl seinem Lieblingssport, dem Tauchen. Auf seinen ca. 5000 Tauchgängen erlebte er nicht selten gefährliche Situationen. Für die Aufnahmen von Mund-zu-Mund-Fütterungen von Haien und Muränen zeichnete ihn der internationale Amateurfilmverband mit einer Goldmedaille aus. Sein Faible für Natur und Primitivkulturen, trieb ihn an Land mit der selben Zuverlässigkeit in Extreme, wie auf See. Über Französisch Polynesien segelte unser Tausendsassa zu einem Meeting mit dem König von Tonga. Drei mal besuchte er Neuseeland, bestieg den Mt. Cook und suchte die interessantesten Gebiete dort auf. Über Fidschi erreichte die Bavaria wieder ein Tauchparadies Namens Tuvalu. Ein halbes Jahr verweilte der Abenteurer 1991 als erste Yacht im Atoll Nanumea. Sowie auf vielen anderen Inseln unternahm er auch hier mit seinem Drachen die Erstbefliegung.

Mit kräftigem Wind kreuzte die Bavaria dann nach Australien, wo er sich wieder ausführlich das Inland vornahm. Auf dem Weg von Tasmanien nach Auckland-Island, in der Nähe der Antarktis geriet die Bavaria in einen horrenden Sturm. Zyklon Polly versuchte mit 70 kn Sturm und 15 m hohen Wellen das Schiff zu zerschmettern. Sieben Tage dauerte dieser Jahrhundertsturm, und dabei wurde das Schiff unzählige Male mit dem Masten auf das Wasser gelegt.

Wieder in Neuseeland zurück, leckten das Schiff und der Kapitän erstmals die entstandenen Wunden. Über Westsamoa, Wallis und Fidschi schlug sich der Globetrotter nach Vanuatu durch. Hier besuchte er die mit Penisköchern bewaffneten Turmspringer in Punlap, auf Pentacote. Illegal besuchte er daraufhin die Kwaios auf den Salomonen und wanderte dafür wieder einmal ins Gefängnis. Ein besonderes Highlight war für ihn dann Papua Neuguinea. Monatelang durchstreifte er den Dschungel, lebte bei den Kannibalen und wäre durch eigene Dummheit fast in den Kochtopf gewandert. Er lernte durch den Bischof Maier den damals noch lebenden Sir William Wamp kennen, der von der Queen geadelt wurde, weil er 1935 die australischen Lee-Brüder, die Entdecker des Hochlandes, nicht verspeist hatte.

Monatelang pendelte Clemens zwischen den atemberaubenden Inseln der Karolinen Satawan, Truk, Yap, Ifalik und erfreute sich an der phantastischen Natur, vornehmlich unter Wasser, und lebte in Harmonie unter exotischen Stämmen. Unwissend lief er die Leprainsel Kapingamarangi an und gerät auf dem Weg zu den Philippinen in einen Taifun. Zwei Jahre durchkreuzte er die unzähligen Inseln und gelangt natürlich auch in das gefürchtetste Piratengebiet der Erde, die Sulusee. Dort erlebte er den Schlimmsten, von ca. 20 Raubüberfällen. Nachts enterten schwer bewaffnete Piraten seine Yacht und als sie auf ihn anlegen wollten, drückte er ab. Einer kippte tödlich getroffen über die Reling, der Zweite kollabierte an Deck. Als der Skipper ihn von Bord befördern wollte, schlitzte ihm der Verletzte den linken Unterarm auf. Eine 25 cm lange Wunde blieb ihm als lebenslanges Andenken. Clemens zog dem Schurken anständig einen mit dem Knüppel über den Kopf und entsorgte die Leiche außen Bords.

Nach sieben Jahren flog Clemens zum ersten mal in die Heimat zurück. Aus Geldmangel hielt er Diavorträge über seine abenteuerlichen Reisen. Aber er kommt mit den Deutschen nicht mehr zu recht. Wie engstirnig, kaputt und selbstherrlich waren sie doch geworden. Sie leben in einem Schlaraffenland und alles was sie noch kennen, ist Hektik und Neid. Nach ein paar Monaten bekam er, wohl durch diesen Stress in Deutschland, große Magenprobleme und stach wieder in See.

Ein zweites Mal nahm er Kurs auf Neuguinea und wurde unterwegs von einem fürchterlichen Dengefieber-Anfall eingeholt. Er erreichte fertig und abgemagert Irian Jaya. Wochenlange Trips im Hochland zu den Dani, Lani und Yally-Tribes, brachten ihn in die Steinzeit zurück. Mit fünf Trägern und einem Führer besuchte er Dörfer, die noch nie ein Weißer zuvor betreten hatte. Mit einer einmotorigen Piper flog er nach Agats in die Sümpfe von Asmat. Er lebte bei den Asmat, Karowais und Kombais, welche ihre Hütten hoch in die Baumgipfel bauen und heute noch immer Menschen essen.

Auf dem Heimweg zu den Philippinen, tauchte Gangerl in unentdeckten Tauchparadiesen der indonesischen Inselwelt. Nach seiner Ankunft auf den Philippinen überfiel ihn wieder das Dengefieber und er sprang im Krankenhaus von Cebu, wieder einmal dem Teufel von der Schaufel. Auf dem Weg nach Malaysia entkam der Verrückte wieder um Haaresbreite den Sulu-Piraten. Auf Borneo besuchte er die Orang-Utans, viele Dörfer der Ureinwohner und bestieg den Kinabalu, den höchsten Berg Südasiens mit 4.100 m. Als er in Pontianak-Kalimantan auf der indonesischen Seite einklarierte, wurde er, wie so oft, nachts überfallen und ausgeraubt. Diesmal erwischten die Gangster seine teure Film- und Fotoausrüstung. Ein besonderes Erlebnis für den Abenteurer war eine Waljagd, per Kanu mit dem Handspeer, auf Sumatra. Auf dem paradiesischen Chagos Archipel musste der begeisterte Taucher wegen Attacken von Weiß- und Tigerhaien um sein Leben zittern. Nach 72 Tagen erreichte er dann die herrlichen  Seychellen. Über Madagaskar, dem Vogelparadies Cosmoledo, gelangte unser Naturfreak ins behüteteste Tieratoll der Welt. Nur ganz wenigen Forschern ist es erlaubt, der Weltbank einzigartiges Naturerbe „Aldabra“ zu besuchen.

150.000 Landschildkröten wohnen hier und täglich legen ca. 1.000 Seeschildkröten ihre Eier ab. Nach einem Blitzschlag strandete Gangerl in Tansania auf Mafia-Island. Mit Gottes Hilfe brachte er den Kahn wieder flott und parkte ihn in einem Urwaldfluss in Kenia.

Mit dem Rucksack nahm er sich von dort aus den schwarzen Kontinent vor.

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© Wolfgang Clemens