Herzlich Willkommen auf der Website des Weltumseglers und Abenteuerers Wolfgang Clemens!
Herzlich Willkommen auf der Website des Weltumseglers und Abenteuerers Wolfgang Clemens!

China und die Seidenstraße

Zum dritten Male begab ich mich nach China und besuchte dort mit meinem Freund Günther alle Kulturstätten dieses überaus interessanten Landes. Von Xian aus folgten wir den Spuren der Seidenstraße. Die Wege führten uns durch die Takla Makan-Wüste nach Kirgistan. Am Issyk Kul-See schlugen wir unser Zelt auf und ritten anschließend auf Pferden in die Berge hinauf bis zur Eisgrenze des Tien Schan Gebirges.

Traumhaft schöne und weite Landschaften breiteten sich vor uns aus. Überall trafen wir auf grasende Pferde-, Schaf- und Rinderherden. Es begegneten uns einheimische Jäger, die mit ihren gezähmten Adlern auf die Jagd gingen. Nach einigen Wochen überschritten wir dann die Grenze nach Usbekistan. Sagenhafte Tempelbauten in den Wüsten-Oasen Samarkand, Buchara und Chiwa beeindruckten hier wie aus dem Märchen „Tausend und eine Nacht“.

 

Über den Torugart-Pass (3752 Meter) im Tian Shan Gebirge, ging die Reise wieder zurück nach China. Schon an der Grenze des von Krisen gebeutelten Gebiets der Uguren begannen die zu erwartenden Schikanen des Militärs. Die traumhafte und sehr belebte Altstadt von Kashgar, ein Wüstenritt bei ordentlichem Sandsturm, die atemberaubende Kulisse am 7546 Meter hohen Mustagh Ata und die Schikane der Militärs am 4690 Meter hohen Torugart Pass (Grenzübergang nach Pakistan), hinterließen bei mir über das Land China ein Wechselbad der Gefühle.

 

Wirklich abenteuerlich wurde es dann, als wir weiterzogen auf der alten Seidenstraße in Richtung Gilgit. Tiefste Schluchten taten sich vor uns auf, eingezwängt zwischen massiven Bergriesen. Inmitten einer nicht endenden Baustelle (Verbindung von China nach Islamabad) mit Tausenden von Arbeitern wurde die Fahrt zur Tortur. Es ist die größte Baustelle der Welt, 35.000 Chinesen und Pakistani sowie Fremdarbeiter schuften hier seit Jahren. Stundenlang standen wir in Staus mit Staub, Sprengungen, dem Krach der Pressluftbohrer und tief unten gurgelten die ungestümen, wilden Wassermassen des Gilgit- und Indus River.

 

Durch meine selbst gebastelten Presseausweise beschaffte ich mir eine herzliche Aufnahme bei den Leuten der Hunza. Das ist der Ursprungs-Stamm der Taliban, die in zerklüfteten Bergketten ihre Lager aufgeschlagen haben. Zu unserem Empfang spielte eine Band auf, bei deren Musik dem Weltenbummler die Zahnplomben herausfielen. Es folgten Einladungen in private Haushalte und man erwies uns sogar die Ehre, an einer Hochzeit teilzunehmen.

Im Laufe der Zeit stellte sich ganz insgeheim heraus, dass so mancher, den ich dort kennen lernte, auch tatsächlich Angehörige bei der weltweit bekannten und gesuchten Terrorgruppe Taliban hat. Als wir beiden Abenteurer von Gilgit aus zum Nanga Parbat weiterreisten, flog genau in dieser Nacht in der Stadt ein Hotel in die Luft. Das war die eiskalte Handschrift der Taliban.

 

Die anschließende Fahrt zum Nanga Parbat war die reinste Mutprobe oder besser gesagt der blanke Horror. An senkrechter Felswand und an schwindelerregenden Abhängen entlang, ging die vor Angst schweißtreibende Fahrt hinauf zur Blumenwiese, dem Vorfeld-Lager. Der spätere Aufstieg zum Basislager auf 5.500 Meter war dann zwar anstrengend, aber ohne beklemmende Ängste. Viele deutsche Bergsteiger hatten sich an diesem Eisriesen versucht und dabei ihr Leben gelassen. Beim Rückweg filmte ich gegen die Anweisung unseres Guides drei Holz tragende Frauen, die sofort verrückt spielten, da es bei diesem Stamm ein absolutes Tabu ist, sich ablichten zu lassen. Um nicht auf die auflauernden Dorfbewohner bei der Rückkehr zu treffen, mussten wir einen größeren Umweg um das Dorf in Kauf nehmen. Hier gab es schon tote Touristen durch die Steinigung der erzürnten Dorfbewohner.

 

Weiter führt dieser Weg der Seidenstraße nach Indien, die ich 2012 bereiste. 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Wolfgang Clemens