Herzlich Willkommen auf der Website des Weltumseglers und Abenteuerers Wolfgang Clemens!
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Afrika - 52.000km auf dem Landweg durch 30 Länder

Ein Jugendtraum trieb ihn unbarmherzig voran. Er musste die wildlebenden Gorillas sehen. Tagelang wartete er in Mogahinga-Uganda auf einen Dschungeltrip. Endlich fand er mit einem Führer eine Zwölfergruppe dieser Tiere. Es waren sogar zwei Silberrücken dabei. Der Führer der Gruppe erhob sich drohend und trommelte brüllend, mit Tarzanmanier auf seine Brust und näherte sich dem graubärtigen Opa aus Deutschland. Vor seinen Füßen legte er sich gemütlich- grunzend nieder und hatte nur Augen für seinen neuen Freund. Gangerls Führer war absolut sprachlos, denn er hatte in seiner zehnjährigen Guide-Tätigkeit so etwas noch nicht erlebt. Dieses gleiche, unbändige Gespür, zeigte Gangerl beim Besuch vieler wildlebender Primitivkulturen. Sehr oft gelangte er an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit, aber sein jahrelanges Motivationstraining weckte immer wieder neue Kräfte in ihm. Ein gleichartiger Arztfreund sagte ihm einmal einen Spruch, der ein Leitfaden durch sein Leben war: „Wenn du zum erstenmal sagst, ich kann nicht mehr, hast du ein Zehntel deiner Kraft verbraucht.“ Ein weiterer Antrieb für Gangerl war der Film, den er in seiner Jugend sah, „Soweit die Füße tragen.“

Er hatte vor 35 Jahren seine Kunstschmiede gegründet, obwohl damals überhaupt kein Markt dafür da war. Er hatte sich eine Yacht gebaut, obwohl er absolut ein Laie war. Er kaufte sich eine Kneipe im Wald und machte einen absoluten Publikumsrenner daraus. Seine kopfgesteuerten Erfolge machten ihn auf seine Art arrogant. An die zehnmal schrammte er nur mit Glück am Tod vorbei, doch er wollte immer wieder dem Teufel in den Rachen spucken. Er begab sich in Länder mit Bürgerkriegen, verbrachte Monate, unter unmenschlichen Bedingungen, in chaotischen Gefängnissen. Immer sah er dabei den berühmten Hoffnungsschimmer, denn er wusste, er habe einen heißen Draht nach oben. Angst kannte er nicht. Er schlief allein zwischen Nilpferden und Krokodilen an den Murchison-Fällen. Er machte die Pokots mit Maisbier besoffen, weil sie sich nicht von ihm fotografieren lassen wollten. Daraufhin wäre die Szene fast eskaliert. Er flog mit dem Drachen über die Viktoriafälle, trieb Whitewater-Rafting auf dem Nil und dem Sambesi. Er unternahm Safaris zu Fuß und auf dem Rücken von Elefanten. Er jumpte von der 110 m hohen Viktoriabrücke und begab sich auf aufregende Kanusafaris. Beim Besuch der Ovahimbas in Angola und Namibia knallte er beim Rückweg nach Swakopmund in der Skelettküste in ein Erdloch und unter einem funkensprühenden Knall zerbarst die einzige Batterie im Jeep. Gott aber sendete in die gottverlassene Gegend einen Wagen der ihn rettete. Als er beim Abseilen am Tafelberg hing, fasste er den schier unmöglichen Entschluss, auf dem Landwege nach Deutschland zu trampen. An der Grenze von Swaziland wurde Clemens nachts um Haaresbreite erschossen. Die Soldaten hielten ihn für einen Autodealer. Obwohl er die Kugeln der vorbeipfeifenden Geschosse spürte und wieder einmal im Knast landete, setzte er seinen Weg unbeirrt fort.

In Kenia erwischte er die Malaria-Tropica und der Professor des englischen Tropeninstituts gab keinen Pfennig mehr auf sein Leben. In Nordkenia, auf dem Weg zu den Turkana-Nomaden wurde er von Somali-Shiftas bis aufs Hemd ausgenommen. Wieder schickte ihm Gott einen italienischen Vogelforscher, der ihm mit Ausrüstung aus der Patsche half. Seine 3000,-- Dollar hatten die Banditen in seiner Unterhose übersehen. In Äthiopien wanderte Gangerl wegen Waffenbesitzes wieder in den Knast, auch wenn es nur eine Gaspistole war. Wieder frei, trampte Clemens 8500 km durch das alte Kaiserreich. Er baute sich ein Papyrus Boot, um zu den Tissisat-Wasserfällen zu gelangen. Er besichtigte die Kaiserstadt Gondor, die Steinkirchen von Lalibella, die Bergkirchen Abuna-Jemeta in Guh. Ein besonderer Leckerbissen waren die hübschen Afar-Mädchen, obwohl moslemischen Glaubens, sind sie topless gekleidet. Noch als Kind werden ihnen in einem Initiations-Ritual die Klitoris heraus geschnitten und die Vagina zugenäht. Er trifft sich in Harar mit dem Hyänenmann und füttert von Mund zu Mund nachts 50 wilde Hyänen. An der Grenze zu Somalia wurde er wiederum vom Militär verhaftet, weil er sich auf verbotenem Gebiet aufhielt. Ein absolutes Highlight für den Kulturburschen war dann das Gebiet um den Omo-Fluss. Er trampte nach Jinka, kaufte sich ein Reit- und Packmuli und ritt zu den Surma- und Mursi-Stämmen mit den großen Tontellern, in der Unterlippe. Unterwegs starb sein Reitpferd und er musste tagelang zu Fuß gehen. Weiter Höhepunkte waren Hama-, Galep- und Karo-Tribes, die mit ihren Lehmkonstruktionen im Haarbereich wahre Künstler sind. Er besuchte den Bume-Stamm und überquerte wieder illegal die Grenze zum Sudan. Dort entdeckte er einen unbekannten Stamm, der total nackt lebt. Einzige Auffälligkeiten sind Pearcings und unzählige Narben am ganzen Körper, die durch gewollte Hauteinschnitte entstehen.

Zurück in Addis Abeba traf er sich mit Karl-Heinz Böhm und fuhr anschließend als LKW-Driver mit einer Ladung Kaffee in den Sudan nach Khartum. Da es kein Visum für Touristen gab, hatte sich Gangerl in einer Spedition anstellen lassen. In Khartum sagte er zu seinem LKW-Kollegen tschüß, begab sich in ein Krankenhaus und wurde von Sicherheitspolizisten verhaftet. Zwei Wochen wurde er als mutmaßlicher Spion verhört, gefoltert und schließlich mit Militärbegleitung per Zug nach Wadi Halfa an die ägyptische Grenze abgeschoben. Wieder einmal hatte er unsagbares Glück, denn im Sudan verschwinden eine Menge von Menschen auf Nimmerwiedersehen. Das er da mit heiler Haut herausgekommen war, verdankte er seinem langen weißen Bart und seiner moslemischen Kleidung.

Als er in Assuan ankam, mietete er sich ein Auto und fuhr wieder verbotener Weise zum Abu Simbel Tempel. Wieder bekam er Schwierigkeiten und wurde von einer Militärstreife verhaftet. Nach seiner Entlassung segelte er mit einer Feluka nach Luxor. Flussabwärts besuchte er fast alle historischen Denkmäler der Pharaonen. In Giseh mietete er sich ein Kamel und ritt zu den Stufenpyramiden von Sakkara. Nach dem Besuch der Oase Siwa, an der libyschen Grenze, wo Alexander der Große gekrönt wurde und Cleopatra gebadet hatte, überquerte unser Tramp den Suezkanal und bestieg den Berg Moses. Er durchstreifte die Wüste Wadi Rum und startete der Felsenstadt Petra einen Besuch ab. Nach einem Bad im Toten Meer pilgerte Gangerl zur römischen Kultstätte Jerasch und zu vielen anderen Altertümern.

Als man ihm kein Visum nach Syrien geben wollte, schaltete er den deutschen Botschafter ein, und schon ging die Reise weiter nach Damaskus. Über die Kultstadt Allepo trampte der Landstreicher durch die Türkei nach Istanbul. Dort verweilte er sehr andächtig auf der Bosporus-Brücke, unter der er vor zwölfeinhalb Jahren mit seiner Yacht hindurchfuhr. Der Kreis um die Welt hatte sich für ihn geschlossen. Unter schwierigen Bedingungen kämpfte sich dann unser Held durch die Balkanländer nach Deutschland.

Der verlorene Sohn stand  am Heiligen Abend 1999 vor der Tür seiner Mutter.

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© Wolfgang Clemens