Der
Wüste lebtDer Wüste leb
Bericht der Fachzeitschrift „ YACHT “ aus Heft 22/2000
Der Wüste lebt
Was Zeitungen so schreiben. „Überfallen und ausgeraubt in Afrika“, lautet die bestens passende Überschrift unter dem Rubrum „Das besondere Hobby“.
Ein anderes Blatt schlagzeilt „Der lebende Abenteuerroman“ und behauptet ernsthaft, der Mann führe “ein Leben wie ein Buch“ ein weiteres wiederum beginnt ein Porträt mit der Sentenz:
„Im Bett zu sterben, kann sich Wolfgang Clemens nicht vorstellen. Dann lieber in Swaziland als vermeintlicher Autodieb erschossen, von der Malaria tropica dahingerafft werden oder mit seiner Yacht, der „King of Bavaria im Meer versinken.“
Allerdings, in gewisser Weise ist das Zustandekommen solch wunderbarer Formulierungen verständlich. Denn wie, das ist das Problem, sollen Journalisten treffend ein Phänomen wie erwähnten Herrn Clemens beschreiben, wenn sie ihre Superlative bereits bei der Würdigung gesellschaftlicher Giganten wie etwa der omnipräsenten Berufsblondine Jenny Elvers vergeudet haben? Wie danach noch einen Mann adäquat „rüberbringen“, der ein wirklich sagenhaftes Leben lebt und glaubhaft versichert: “Ich bin ein Verrückter.“?
Versuchen wir es sachlich.
Die Geschichte beginnt 1969. Wolfgang „Gangerl“ Clemens, 27 Jahre alt, sieht während einer Kanu-Tour einen Korsar vorübersegeln und trifft eine Entscheidung, die sein Leben radikal verändern wird: „Das machst du auch.“
Clemens nimmt an Regatten teil, auch im 470er und FD, und verschwindet jedes Mal, wenn extrem stürmischer Wind über den Bayerischen Wald pfeift, aus der Firma und rast über den winzigen Neubäuer See.
Nach Jahren auf Montage als Mühlen- und Speicherbauer hat er sich in Roding eingerichtet, einer 10000 Einwohner zählenden Stadt unweit der tschechischen Grenze:
Frau, zwei Kinder, eine Kunstschmiede, sechs Angestellte.
Die Ehe scheitert. Clemens widmet sich neben dem Job nun ausgiebig seinen Hobbys, fährt Autorennen, liebt Fallschirmspringen, Heliskiing, und Drachenfliegen, lässt sich zum Faschingsprinzen küren – „Hauptsache immer Action“.
Dann, 1975, entdeckt er auf der Messe Interboot ein Buch, eine Anleitung zum Selbstbau von Yachten.
Und wieder: “Das machst du.“
Er hat davon überhaupt keine Ahnung, was ihn jedoch nicht abhält, vor seiner Schmiedeein 15-Meter-Schiff auf Kiel zu legen. „Wenn ich etwas will, dann ziehe ich es durch.“
Die Open-Air-Werft ist im tiefen Bayern ein ganz und gar ungewohnter Anblick!
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| Baubeginn 1975 | Fertigstellung der Yacht 1987 |
Clemens erklärt neugierigen Fragestellern, er baue sich eine Mondrakete, inklusive Abschussrampe!
Jeder Feierabend, jedes Wochenende geht für den Bootsbau drauf, zwölf Jahre lang. Heute sagt er, ein Schiff selbst zu schaffen sei „das Dümmste, was man machen kann. Man schmeißt so viele Stunden seines Lebens weg. Nie wieder!“
Als er fertig ist, gibt der 46-Jährige alles auf, was er hat. Verkauft für 120 000 Mark die Firma, verfrachtet die Yacht auf einen Tieflader und setzt sie bei Regensburg in die Donau.
Die erste Etappe seiner Weltumsegelung – mit an Bord ist Renate, seine damalige Lebensgefährtin – endet in Deggendorf: Maschinenschaden, vier Tage Pause.
„Total nichtwissend“, sagt Clemens, sei er 1987 losgefahren. Seine See-Erfahrung beschränkte sich auf einen Karibik-Törn. Das Geständnis „ Ich war schon immer ein bisschen frech“ hat beste Chancen, zum Euphemismus des Jahrhunderts erklärt zu werden.
Er erreicht das Schwarze Meer, obwohl die Donau offiziell nur bis 1,80 Meter Tiefgang schiffbar ist, seine 20 Tonnen schwere „Bavaria“ aber 40 Zentimeter mehr braucht.
Das weiß Clemens nicht, weil er Handbücher, wenn überhaupt, erst nach Zielankunft liest.
Auch gegen technische Hilfsmittel – Radar und Radarwarner ausgenommen – pflegt er eine Aversion. Ein Computer, sagt er, komme ihm nicht an Bord, er könne Rechner bis heute nicht ein-, sondern nur ausschalten: „mit dem Hammer“. Und das defekte Funkgerät lässt er vier Jahre lang nicht reparieren, weil „die ja doch alle nur Unsinn erzählen, wo sie den billigsten Zucker kriegen und so“.
Seine Wahren Abenteuer stehen mit Erreichen des Meeres noch bevor, Erlebnisse, gegen die sich die Exkursionen professioneller Draufgänger und Berichte von zu Seehelden hochgejazzten Skippern so dramatisch ausnehmen wie „Die Sendung mit der Maus“.
Sein Weg führt zunächst ins Mittelmeer, wo er zum ersten Mal ins Gefängnis kommt.
Der fanatische Taucher hat in Griechenland ein paar alte Scherben vom Meeresgrund geklaut. Bayerns Landes-Übervater Franz-Josef Strauß verwendet sich für Clemens, der seine Zelle mit einem Doppelmörder teilt. Nach zahllosen Interventionen kommt der Delinquent nach 72 Tagen frei.
Und dann erhalten die bunten Blätter ihre ersten Schlagzeilen. Die “Bavaria“ liegt in Andratx auf Mallorca neben einer Yacht aus Kiel. Deren Crew verleiht ihrer Abneigung gegen Segler aus Bayern Ausdruck, indem sie das Schiff mit einem Hagel aus Eiern, Tomaten und brennenden Lappen eindeckt und die Flagge zerreißt. Die Attacke geht als „Die Schlacht von Mallorca“(„Bild“) in die Pressehistorie ein.
Auf dem Weg in den Atlantik macht er in Gibraltar Station, wo er sich einer Flottille zu den Kanaren anschließt. Die 30 Yachten geraten in einen horrenden Sturm. Alle kehren um und laufen ab. Bis auf eine.
„Mit Willen“ sagt Wolfgang Clemens, „kann man Berge versetzen.“ Außerdem habe er „einen ganz heißen Draht zu dem da oben.“
Da ist wohl was dran. Clemens überstand einen Absturz mit dem Drachen aus 35 Meter Höhe. Der Wüste lebt – trotz Dengue-Fieber, Intoxikation mit Nervengift und drei Malaria-Infektionen. Selbst von einer Malaria tropica genas er, als die Ärzte ihn längst aufgegeben hatten. Fiel über Bord und erwischte gerade noch die nachgeschleppte Leine. Kehrte von einem Tauchgang zurück, und seine Yacht war fort – viereinhalb Stunden schwamm er hinterher, und gerade als mit dem Tageslicht die Hoffnung schwand, drehte der Wind um 180 Grad und blies ihm die „Bavaria“ wieder entgegen.
Und da einer wie er selbstredend nicht regelmäßig Wache geht („Ich schlafe, bis ich halt wach werde“) benötigt er zuweilen die Hilfe eines Fisches, um am Leben zu bleiben. Er lag selig in seiner Koje, als ein Barrakuda an die Angel ging.
Vom Alarm geweckt, stürzte er an Deck und sah nah voraus mächtige Wellen über einem Riff brechen. Ein Winddreher hatte das Schiff vom Kurs gebracht. „Wenn der Fisch nicht gebissen hätte – das wär ein Totalverlust geworden, hundertprozentig.“
Worauf die Zeitung in der Heimat zur Erkenntnis gelangte:„Pauschalurlaub, wie ihn die meisten Menschen buchen, ist sicherlich sicherer, aber eben auch meist weniger spannend.“
Trotz alledem, und wenn es wie ein Widerspruch klingt: Wolfgang Clemens ist alles andere als ein Dummkopf. Er hat kapiert, dass er „nicht reif“ war, als er losfuhr, und dass er in vielen Situationen unverschämtes Glück hatte.
„Wer das Abenteuer sucht, weiß, dass es seine Schattenseiten hat“, sagt er.
Für das außergewöhnliche Erlebnis riskiert Clemens in grenzenlosem Gottvertrauen alles. Und es ist nicht so, dass er diese Einstellung nur auf See auslebt.
Wolfgang Clemens ist, auch wenn er keine Zeitungen mehr liest, ein äußerst interessierter Mensch. Sein „Faible für Natur und Kultur“ treibt ihn an Land mit derselben Zuverlässigkeit in Extreme wie auf See.
Er hat Segeln nie als Selbstzweck verstanden und verbringt nach seiner Atlantik-Überquerung eineinhalb Jahre in der Karibik, um Länder und Sitten intensiv zu studieren:
„Wie andere das machen, in drei Jahren um die Welt, das bringt doch nichts. Die haben doch gar nichts gesehen.“
Durch den Panama-Kanal gelangt er in die Südsee, wo er sich aus demselben Motiv fünfeinhalb Jahre aufhält, „und das war noch viel zu kurz...“
Seine Gefährtin indes hat genug. Sie verlässt Clemens auf den Fidschis und kehrt nach Deutschland zurück. „Renate hatte die Jungfrauenkrankheit“, sagt er, „sie wollte heiraten, ein Haus und Kinder.“ Dafür ist er nach den Jahren auf See nicht mehr der Richtige.
Die “Bavaria“ ist nach Auskunft ihres Skippers die erste Yacht, die das Atoll Natumea anläuft. Er kommt, wie fast immer, bestens klar mit den staunenden Bewohnern, hilft bei Reparaturen, lebt sich ein, erfährt umwerfend herzliche Freundschaft.
Und er lernt. Vor allem, den Mund zu halten. Clemens hat amerikanischen Seglern von Natumea vorgeschwärmt, die die Story einer Zeitschrift gesteckt haben, und als er dort beim nächsten Mal den Anker fallen lässt, liegen 60 Yachten vor dem Atoll – die gewieften Insulaner fordern prompt ein stattliches Liegegeld.
Clemens hat sich darauf „fest geschworen, nie wieder einen Insider-Tipp zu geben und Yachties auf Einheimische zu hetzen. Die versauen alles.“
Es zieht ihn weiter nach Neuseeland und Australien, und dann geschieht etwas, „das mir noch 100 Jahre stinkt“. Clemens erreicht ein Ziel nicht.
Er will unbedingt in das Naturreservat Auckland Island nahe der Antarktis und gerät in den Wirbelsturm „Polly“. Sieben Tage lang „hat´s gepfeffert“.
Die „Bavaria“ kentert bei 70 Knoten Wind in 15 Meter hohen Wellen mehrmals durch, ihr Skipper bricht sich unter Deck zwei rippen und demoliert sich die Knie.
Er schlussfolgert: „Wer behauptet, Hochseesegeln sei schön, der lügt“, gibt auf und nimmt mit der arg ramponierten „Bavaria“ wieder Kurs auf die Südsee.
Seine Entdeckerlust hat keinen Schaden genommen. Auf den Salomonen kraxelt Clemens aktive Vulkane empor und dringt als erster Weißer zu den Kwaios-Menschen vor, einem Naturvolk in den Bergen.
Dass das strengstens verboten ist („Mir Bayern san scho Hund“), schert ihn überhaupt nicht. Auch nicht, dass er dafür wieder einmal hinter Gitter muss und erst gegen Zahlung einer hohen Geldstrafe freikommt.
Weiter nach Papua-Neuguinea. Im Hochland lebt er wochenlang unter Kannibalen und „wäre wegen einer Dummheit fast im Kochtopf gelandet“.
Doch der Kelch geht an den Menschenfressern gerade noch vorüber – denn, wie die Zeitung daheim orakelt, „am zähen Gangerl hätte sie sich die Zähne ausgebissen:“
Er hat bei einem rituellen Fest einen Jungen huckepack genommen, und als der zu schreien beginnt, schlägt die zuvor freundliche Stimmung von einem Moment auf den anderen um. Die potenzielle Mahlzeit ergreift panisch die Flucht.
Monatelang pendelt Clemens zwischen atemberaubenden Inseln – Karolinen, Truk, Yap, Ifalik -, delektiert sich an der fantastischen Natur, vornehmlich unter Wasser, und lebt in Harmonie unter exotischen Stämmen.
Auf den Philippinen ist es mit der Eintracht vorbei. Nicht weit von Jolo, das im Zuge der medialen Hysterie um die entführte Göttinger Familie Wallert als „Geisel-Insel“ durch die Gazetten tobte, erlebte er den schlimmsten von etwa 20 Raubüberfällen. Nacht s entern schwer bewaffnete Piraten seine Yacht.
Clemens schnappt seine Pistole, und als die Gangster auf ihn anlegen, drückt er ab. Einer kippt tödlich getroffen über die Reling, der zweite kollabiert an Deck. Als der Skipper ihn von Bord befördern will, schlitzt ihm der Verletzte den linken Unterarm auf. Eine breite, 40 Zentimeter lange Narbe bleibt ihm „als lebenslanges Andenken“.
Clemens zieht dem Schurken „anständig einen mit dem Knüppel über“ und entsorgt die Leiche außenbords.
Er kehrt zurück nach Bayern. Clemens hat kein Geld mehr, die Mutter zahlt seinen Rückflug. Sein Problem ist, dass er sich weder verkaufen kann noch will.
Publicity ist ihm zuwider. Abgesehen von der „Schlacht von Mallorca“ sind sämtliche Presseberichte Notizen aus der Provinz.
Andere haben weit weniger erlebt, aber lautsprecherisch Filme verscherbelt oder sind zu sehr bekannten Buchautoren geworden. Und zwar nicht immer, wie Clemens nachweist, mit selbst erlebten, sondern auch mit aufgeschnappten und adaptierten Geschichten., in denen sie dann die Hauptrolle spielen: „Da wimmelt es nur so von Lügen und Fehlern.“
Er jobbt wieder als Kunstschmied. Freude bringen ihn auf die Idee, aus den zigtausenden Dias einen Vortrag zusammenzustellen.
Mit der Show, seinen hinreißend-charmanten Kommentaren und Anekdoten füllt Clemens schon bald die Säle in der Umgebung. „An seinem Mundwerk hat sich nichts verändert“, attestiert eine Zeitung, „das arbeitet wie eh und je.“
Aber ansonsten ist er nicht mehr der Alte. Mittlerweile Großvater geworden, lebt er zurückgezogen in einem Schuppen zwischen seinen Souvenirs und findet sich unter Deutschen nicht mehr zurecht: „ Ich komme mit den Leuten nicht mit. Wie engstirnig! wie kaputt! Sie leben in einem Schlaraffenland, und alles, was sie kennen, ist Hektik und Neid“.
Nach ein paar Wochen bekommt er vor Gram Magenprobleme und sticht wieder in See.Er hat nahezu alle seine Lebensversicherungen aufgelöst.
Er besegelt den Indischen Ozean, Malaysia, Indonesien, Sumatra, die Seychellen und nimmt auf Vermittlung seiner Spezln Chartergäste an Bord. Er ist ruhiger geworden, vorsichtiger und bescheidener.
Aber sein Drang ist stärker denn je, fremde Kulturen, Tierwelten und unvergleichliche Tauchreviere in aller Ausführlich- und Gründlichkeit zu erkunden.
Ein Jahr lang inspiziert er die Seychellen, trickst sich in bewährter Manier – „a bisserl Backschisch“ ins gesperrte und streng bewachte Naturreservat Aldabra mit seinen Riesenschildkröten (das als bestbehütete Insel der Welt gilt) und füttert Muränen Mund zu Mund, worauf ein Journalist daheim suggestiv fragt: „Wie könnte das bei einem Rodinger auch anders sein?“
Dann überführt Clemens die Yacht Einhand nach Afrika.
Er bewegt sich jetzt souverän auf dem Wasser und gerät nur noch einmal in Not, als die Bordelektronik ausfällt und er auf das Mafia-Riff vor der Küste Tansanias aufläuft.
Wieder freigekommen, legt er seine „Bavaria“ in einen kenianischen Fluss und widmet sich dem Schwarzen Kontinent.
Als sich Clemens vom Tafelberg bei Kapstadt abseilt, hat er eine Idee: Es müsste doch irgendwie möglich sein, sich nach Bayern durchzuschlagen, ohne ein Flugzeug zu benutzen. „Es gibt immer einen Weg“, sagt er, „ und ich finde ihn.“ Der 57-jährige Opa trampt los.
Wolfgang Clemens kurvt unterwegs im Ultraleicht-Flieger über die Victoria-Wasserfälle und besteigt nebenbei die drei höchsten Berge Afrikas, wobei er zu den acht von ursprünglich 300 Personen einer Expedition zählt, die den Gipfel des Kilimandscharo erreichen.
Er habe den Aufstieg „gar nicht als schlimm empfunden“. Dumm nur, dass die Flasche Bier, die er dort trinken wollte, bei minus 18 Grad gefroren war.
Er tingelt weiter. Fährt als Anhalter auf Lkws, besorgt sich Pferde und Kamele und erkundet wie gehabt die abgelegensten Flecken und Völker. Ndebele, Samburu, Ilchamu, Mursi, Ovahimba und andere wilde Stämme besucht er („Die wahren Paradiese haben keine Tür für Touristen“), erlebt Abenteuer mit Hyänen, Gorillas und so fort, wird ab und an ausgeplündert, und, klar, landet immer wieder im Knast, weil seine Entdeckerfreude oft nicht mit geltendem Recht in Einklang steht.
Dafür hat Clemens auf seiner Afrikareise durch 30 Länder Stätten besucht, von denen die meisten Sterblichen noch nicht einmal gehört haben. „ Ich will mir später nicht sagen lassen müssen: An dem Ort bist du noch nicht gewesen.“
Über Jordanien und Syrien gelangt er in die Türkei, und am 15. Dezember 1998 steht er auf der Brücke über den Bosporus, unter der er elfeinhalb Jahre zuvor mit der „Bavaria“ hindurchfuhr.
Nach etwa 90 000 Kilometern auf dem Wasser und 70 000 Kilometern über Land schließt sich der Kreis.
Indes: Das Projekt Weltumsegelung ist unvollendet.
Wolfgang Clemens, heute knapp 60 Jahre alt, hat also seine letzten Rücklagen flüssig gemacht und eine Kiste mit Equipment und Ersatzteilen nach Kenia verschifft, wo die „Bavaria“ auf ihn wartet.
Falls er wie geplant in fünf Jahren nach Bayern zurückkehrt, wird er zwar überreich sein an Erfahrungen, aber völlig mittellos – 700 000 Mark hat seine Weltenbummelei bislang gekostet. Wenn andere in Rente gehen oder längst im Ruhestand sind, steht er ohne jede Altersversorgung da.
"Kein Problem", sagt er, "wer behauptet denn, dass man mit 65 nicht mehr arbeiten kann"?
"Ich mach dann halt eine neue Firma auf, und fertig."
Eine Zeitung hat ein Porträt über den Mann geschrieben, der am gewöhnlichen Ende einer beruflichen Laufbahn bei null beginnen muss. Es erschien in der Rubrik „Oberpfälzer Karrieretypen“.
Ein Bericht von Uwe Janssen
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